Ein Gespräch über Führung, Werte und bewusste Entscheidungen
Vereinbarkeit wird häufig als organisatorische Herausforderung diskutiert. Mehr Planung, bessere Tools, effizientere Abläufe. Doch genau dieser Zugang greift zu kurz. Denn Vereinbarkeit scheitert selten an der Anzahl der Stunden – sondern an fehlender innerer Klarheit.
In dieser Podcastfolge von Zwischen Windeln & Meetings sprach ich mit Lisi Molzbichler, Gründerin und Geschäftsführerin vom Beratungsunternehmen balanceUP:
Vereinbarkeit bedeutet nicht Balance – sondern bewusste Gestaltung
Vereinbarkeit ist in meinen Augen das Zusammenspiel mehrerer Lebensbereiche, die nicht gleichmäßig, sondern sinnvoll gefüllt werden wollen. Der Anspruch, überall gleichzeitig „gut“ zu sein, führt zwangsläufig zu Überforderung. Entscheidend ist nicht, wie viel Zeit wir in einen Bereich investieren, sondern mit welcher inneren Haltung.
Gerade die Vorweihnachtszeit wirkt dabei wie ein Brennglas: berufliche Abschlussarbeiten, familiäre Verpflichtungen, emotionale Erwartungen. Alles verdichtet sich. Viele agieren dann im Modus des Durchhaltens – mit dem Gefühl, es gäbe kein „danach“.
Die Beobachterperspektive als Führungsinstrument
Eine persönliche Empfehlung im Gespräch ist der bewusste Perspektivwechsel: heraus aus dem operativen Hamsterrad, hinein in die Beobachterrolle.
- Was ist aktuell wirklich wirksam – jenseits von Aktionismus und Tagesgeschäft?
- Was ist tatsächlich dringend – und was erzeugt lediglich Lautstärke?
- Was braucht jetzt meine volle Aufmerksamkeit – und was darf bewusst warten?
Diese Fähigkeit zur Selbstreflexion ist nicht nur privat relevant, sondern eine zentrale Leadership-Kompetenz. Führungskräfte, die sich selbst nicht steuern können, verlieren langfristig Wirksamkeit – und oft auch Gesundheit.
Erfolgsliste statt To-do-Liste
Ein sehr konkretes Tool, über das wir sprechen, ist die Arbeit mit einer Erfolgsliste. Nicht als weiteres Produktivitätsinstrument, sondern als mentales Entlastungssystem. Statt permanent dem Unerledigten hinterherzulaufen, wird bewusst formuliert, was am Ende der Woche erledigt, erlebt und erreicht sein soll – beruflich wie privat, bereits in der Vergangenheitsform.
Diese Herangehensweise reduziert das mentale Dauerrauschen, schafft Fokus und stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Ein nicht zu unterschätzender Faktor in Phasen hoher Belastung.
Lebendige Visionen statt kurzfristiger Optimierung
Als Change Consultant arbeite ich intensiv mit dem Konzept der lebendigen Vision. Dabei geht es nicht um Zieldefinitionen oder Meilensteine, sondern um innere Bilder:
- Wie sieht mein Leben in drei Jahren aus – wenn es stimmig ist?
- Wie fühlt es sich an?
- Worauf bin ich stolz?
Diese Vision dient als innerer Kompass. Entscheidungen – beruflich wie privat – lassen sich daran ausrichten. Besonders relevant wird das beim Nein-Sagen. Denn Klarheit darüber, wohin man will, macht deutlich, welche Angebote, Projekte oder Erwartungen nicht mehr passen.
Werte gelten ganzheitlich – nicht kontextabhängig
Ein weiterer zentraler Punkt: Werte sind nicht teilbar. Wer im Unternehmen auf Transparenz, Respekt oder Menschlichkeit setzt, kann diese Haltung nicht im Privatleben ausblenden – und umgekehrt. Vereinbarkeit entsteht dort, wo Werte konsistent gelebt werden.
Bauchgefühl als strategische Ressource
Zum Abschluss sprechen wir über etwas, das im Business-Kontext oft unterschätzt wird: das Bauchgefühl. Nicht als Gegensatz zum Verstand, sondern als Ergänzung. Innehalten, spüren, prüfen, ob etwas stimmig ist – und dann konsequent handeln. Diese Fähigkeit entscheidet langfristig über Zufriedenheit, Resilienz und Führungserfolg.
Fazit: Diese Folge ist kein Plädoyer für mehr Effizienz. Sie ist eine Einladung zu mehr Bewusstheit. Vereinbarkeit beginnt nicht im Kalender – sondern in der inneren Haltung.
Ich begleite Unternehmer und Führungskräfte dabei, ihre eigene Vision zu erschaffen. Mutig. Klar. Wirksam. Kontaktiere mich für ein persönliches Gespräch!

